Guides

Omega-3-Index verstehen: Was er über deine Versorgung verrät

Der Omega-3-Index zeigt, wie gut du langfristig mit EPA und DHA versorgt bist, genauer als eine Schätzung aus der Ernährung. Welche Werte zählen und wann sich die Messung lohnt.

Omega-3-Index verstehen: Was er über deine Versorgung verrät
Teilen: WhatsApp X LinkedIn Pinterest
Inhalt dieser Seite

Fisch steht bei dir eher selten auf dem Speiseplan, und ab und zu nimmst du eine Fischölkapsel. Ob deine Omega-3-Versorgung damit ausreicht, lässt sich schwer abschätzen. Die Omega-3-Gehalte schwanken je nach Fischsorte stark, und wie oft am Ende wirklich Lachs statt Fischstäbchen auf dem Teller landet, weiß kaum jemand genau.

Genau diese Frage beantwortet ein Blutwert ziemlich zuverlässig, der Omega-3-Index. Im folgenden Artikel gehe ich durch, was er misst, welche Werte als gut gelten, wie du ihn beeinflusst und für wen sich die Messung lohnt.

⚠️ Achtung

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine individuelle Beratung. Er dient der allgemeinen Information. Referenz- und Zielbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode. Wenn du Beschwerden hast, Vorerkrankungen bestehen oder du Blutverdünner einnimmst, besprich das Thema Omega-3 mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du etwas an deiner Zufuhr änderst.

1. Was der Omega-3-Index misst

Der Omega-3-Index gibt an, wie hoch der Anteil der beiden langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) an allen Fettsäuren in der Membran deiner roten Blutkörperchen ist, angegeben in Prozent.[1] Ein Wert von 6 % bedeutet also: 6 von 100 Fettsäure-Bausteinen in dieser Membran sind EPA oder DHA.

Vorgeschlagen wurde dieser Wert 2004 von den Wissenschaftlern William Harris und Clemens von Schacky, die damals einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Index und einem höheren Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse beschrieben haben.[1] Seitdem wird er von mehreren Fachlaboren als standardisierter Versorgungsmarker angeboten.

2. Warum gerade dieser Wert und nicht die Ernährung oder das Blutplasma

Zwei naheliegende Alternativen sagen weniger aus, als man denkt.

Die Schätzung aus der Ernährung ist ungenau, weil der EPA- und DHA-Gehalt zwischen Fischsorten stark schwankt und kaum jemand über Wochen exakt Buch führt, wie viel fetter Fisch tatsächlich auf dem Teller lag.

Der Wert im Blutplasma schwankt kurzfristig, je nachdem, was du in den letzten Stunden gegessen hast. Eine einzelne Lachsmahlzeit hebt ihn vorübergehend, ohne dass sich an deiner langfristigen Versorgung etwas geändert hätte.

Die roten Blutkörperchen leben dagegen rund vier Monate. Was sich in ihre Membran einlagert, spiegelt deshalb deine Zufuhr der zurückliegenden Wochen bis Monate wider, nicht die letzte Mahlzeit.[2] Genau das macht den Omega-3-Index zu einem Langzeitmarker, ähnlich wie der Langzeitblutzucker HbA1c bei der Blutzuckereinstellung.

3. Die Zielwerte und was sie bedeuten

Die von Harris und von Schacky vorgeschlagene Einteilung sieht einen Index über 8 % als wünschenswert und einen Wert unter 4 % als ungünstig an.[1] Daraus hat sich in der Praxis der folgende, grobe Rahmen etabliert:

Omega-3-IndexEinordnung
unter 4 %niedrige Versorgung, in Studien mit dem höchsten Risiko verbunden
4 bis 8 %Zwischenbereich, Luft nach oben
8 bis 11 %angestrebter Zielbereich
über 11 %kein zusätzlicher Nutzen, eher unnötig hoch

Der häufig genannte Zielbereich von 8 bis 11 % stammt aus der Arbeit der Labore, die den Wert etabliert haben.[2] Auch Fachliteratur zur Blutwert-Interpretation nennt einen Referenzwert von über 8 % und einen Erfahrungsbereich von 8 bis 11 %.[3]

⚠️ Achtung

Wichtig zur Einordnung: Diese Grenzen sind keine offizielle medizinische Leitlinie, sondern eine in der Forschung verbreitete Konvention. Dein eigener Laborbefund weist den für die verwendete Messmethode gültigen Bereich immer direkt daneben aus, verlässliche Vergleichbarkeit gibt es nur innerhalb desselben Labors und Verfahrens.[4]

💡 Tipp

Ein sehr hoher Wert ist kein Ziel. Über dem Zielbereich bringt mehr EPA und DHA keinen erkennbaren Zusatznutzen, kann aber die Blutgerinnung verlangsamen und die Blutungsneigung erhöhen.[2] Das ist besonders relevant, wenn du blutverdünnende Medikamente einnimmst.

4. Wie es um die Versorgung in Deutschland steht

Ohne bewusste Zufuhr über fetten Fisch oder ein Präparat liegen die Werte in westlichen Industrieländern im Schnitt oft im unteren einstelligen Bereich, also eher an der Grenze zum ungünstigen Bereich als im Zielbereich.[5] Der Hauptgrund ist einfach: zu wenig fetter Seefisch auf dem Speiseplan, und damit zu wenig direkt zugeführtes EPA und DHA.

Oft wird zusätzlich das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 genannt, das in Deutschland bei ungefähr 8 zu 1 liegt, während Teile der Fachwelt 5 zu 1 oder enger für günstiger halten.[6] Wie wichtig dieses Verhältnis wirklich ist und ob Sonnenblumenöl deshalb ein Problem ist, schaue ich mir in Abschnitt 8 an. Für den Omega-3-Index zählt zunächst vor allem, wie viel EPA und DHA du direkt zuführst.

5. EPA, DHA und ALA: warum pflanzlich nicht dasselbe ist

Unter „Omega-3" fallen drei Fettsäuren, die im Körper unterschiedlich wirken:

  • ALA (Alpha-Linolensäure) ist die pflanzliche Form. Sie steckt vor allem in Lein-, Raps- und Walnussöl sowie in Walnüssen und Chiasamen.
  • EPA (Eicosapentaensäure) ist an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt und kommt vor allem in fettem Seefisch vor.
  • DHA (Docosahexaensäure) ist ein Baustein von Nervenzellen und Netzhaut, ebenfalls hauptsächlich aus Fisch oder aus Mikroalgen.

Der Knackpunkt: Dein Körper kann ALA in EPA und DHA umwandeln, aber nur zu einem kleinen Teil. Bei Erwachsenen werden grob 5 bis 10 % der ALA in EPA umgewandelt und weniger als 1 % in DHA.[6] Der Omega-3-Index misst ausschließlich EPA und DHA. Wer ihn über pflanzliche Quellen allein deutlich anheben will, kommt deshalb kaum ans Ziel, gefragt sind fetter Fisch oder ein Algenöl, das EPA und DHA direkt liefert.

6. Was den Omega-3-Index hebt

Fetter Seefisch, mit einem Aber. Die DGE empfiehlt ein- bis zweimal pro Woche Fisch, am besten fetten Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele oder Sardine. Damit deckst du die allgemein empfohlenen rund 250 Milligramm EPA und DHA pro Tag ab.[7]

Der Haken: Fetter Fisch trägt heute regelmäßig Schadstoffe. Quecksilber reichert sich vor allem in großen Raubfischen wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht an.[8] Fette Fische generell tragen die fettlöslichen Dioxine und PCB, und Zuchtlachs aus Aquakultur liegt dabei im Schnitt über Wildlachs, weil sich diese Stoffe schon im Futter anreichern.[9] Die gemessenen Werte bleiben meist unter den EU-Grenzwerten, einzelne Proben überschreiten sie aber.[9] Für die meisten Menschen überwiegt bei ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche trotzdem der Nutzen, Schwangere und Stillende sollten die quecksilberreichen Raubfische aber meiden.[8]

Ein Präparat als saubere Alternative. Wer wenig Fisch isst oder die Schadstofffrage umgehen möchte, kann EPA und DHA über ein Präparat zuführen. Bei Fischöl lohnt der Blick auf die Qualität, also ein gereinigtes Produkt mit Angaben zu Schadstoffprüfung und Frische. Noch eine Stufe unbedenklicher ist Algenöl. Es wird aus Mikroalgen in geschlossenen Anlagen gewonnen, durchläuft also keine Nahrungskette und ist praktisch frei von Quecksilber, Dioxinen und PCB. Für vegan oder vegetarisch lebende Menschen ist es ohnehin die naheliegende EPA- und DHA-Quelle, und viele vertragen es besser als Fischöl.

Worauf du bei der Auswahl achtest. Ein Produkt sollte EPA und DHA zusammen liefern. Beide heben den Omega-3-Index, und für die allgemeine Versorgung musst du kein bestimmtes Verhältnis der beiden anpeilen.

Ein Detail lohnt trotzdem den Blick. DHA wird stärker in die Zellmembranen eingebaut und hebt den Omega-3-Index pro Gramm etwas zuverlässiger als EPA.[10] Ein ausgewogenes oder DHA-betontes Produkt ist damit die unkompliziertere Wahl, und Algenöl ist von Natur aus DHA-dominant.

Grob wird DHA eher dem Gehirn und den Augen zugeordnet, EPA eher der Stimmung und der Entzündungsregulation. Für das reine Auffüllen eines niedrigen Omega-3-Index spielt diese Aufteilung aber kaum eine Rolle, dafür zählt vor allem die Gesamtmenge aus EPA und DHA.

Wie viel du brauchst, sagt dir der gemessene Index besser als eine feste Milligrammzahl. Liegt er zwischen 4 und 8 Prozent, wird meist eine Zusatzzufuhr von 500 bis 1.000 Milligramm EPA plus DHA pro Tag empfohlen, unter 4 Prozent entsprechend mehr.[2]

💡 Tipp

Nimm Omega-3-Präparate zu einer fetthaltigen Mahlzeit ein. EPA und DHA sind fettlöslich und werden zusammen mit Nahrungsfett im Darm besser aufgenommen als auf nüchternen Magen.

7. Was ein Omega-3-Präparat leistet

Ein Präparat mit EPA und DHA hebt deinen Omega-3-Index zuverlässig und für die meisten Menschen unkompliziert. Um eine nachweislich niedrige Versorgung aufzufüllen oder eine fischarme Ernährung auszugleichen, ist es damit gut geeignet.

Erwarte davon eine gute Versorgung, aber kein Medikament. Große Studien mit üblich dosierten Fischölkapseln (etwa 1 Gramm pro Tag) konnten bei ansonsten guter Ernährung keinen eindeutigen Zusatznutzen für Herz und Gefäße nachweisen.[11] Der eine klar positive Befund, die REDUCE-IT-Studie, kam mit einem hochdosierten, verschreibungspflichtigen EPA-Präparat zustande, nicht mit der frei verkäuflichen Kapsel.[11] Der Omega-3-Index sagt dir also, ob du gut versorgt bist, nicht, ob eine Kapsel bei dir eine bestimmte Erkrankung verhindert.

⚠️ Achtung

Nimmst du blutverdünnende Medikamente oder hast du eine Herz-Kreislauf-Erkrankung beziehungsweise entsprechende Risikofaktoren, stimm höhere Omega-3-Dosen vorher ärztlich ab. Für diese Gruppe hat die europäische Arzneimittelbehörde 2023 ein dosisabhängig erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern festgestellt, am deutlichsten bei 4 Gramm pro Tag.[12]

8. Sonnenblumenöl, Rapsöl und das Omega-6-Verhältnis

Rund um Omega-3 hält sich eine zweite Behauptung hartnäckig. Pflanzenöle mit viel Omega-6, allen voran Sonnenblumenöl, würden Entzündungen im Körper fördern und seien deshalb schädlich. So pauschal ist das nicht haltbar.

Woher die Sorge kommt. Das wichtigste Omega-6 in Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöl heißt Linolsäure. Der Körper kann daraus theoretisch Stoffe bilden, die Entzündungen anstoßen. Aus dieser Möglichkeit wird dann oft der Kurzschluss gezogen, viel Sonnenblumenöl bedeute viel Entzündung.

Was Studien am Menschen zeigen. Dieser Kurzschluss hält der Prüfung nicht stand. Ob jemand viel oder wenig Linolsäure isst, ändert die entzündungsrelevanten Stoffe im Körper kaum.[13] Kontrollierte Studien mit gesunden Menschen finden keinen Anstieg der Entzündungswerte im Blut.[14] Und in großen Beobachtungsstudien geht ein höherer Linolsäurespiegel eher mit einem niedrigeren Herz-Kreislauf-Risiko einher, nicht mit einem höheren.[15]

Ein grundsätzlich entzündungsfördernder Effekt von Sonnenblumenöl lässt sich daraus nicht ableiten. Linolsäure ist eine essenzielle Fettsäure, die dein Körper braucht.

Vier Speiseölflaschen ohne Etikett nebeneinander auf einer Küchenarbeitsplatte als Vergleich gängiger Salat- und Bratöle

Was am Verhältnis dran ist. Das oft genannte Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 ist ein grober Anhaltspunkt für die Fettqualität, kein exakter Zielwert. Neuere Einordnungen schauen weniger auf das Verhältnis als auf die absoluten Mengen, also ob du genug Alpha-Linolensäure und genug EPA plus DHA bekommst.[6] Praktisch verbesserst du beides am wirksamsten, indem du Omega-3 ergänzt (fetter Fisch, Raps-, Lein-, Walnussöl, Algenöl), statt Omega-6 ängstlich zu meiden.

Was praktisch sinnvoll ist. Für die Fettqualität im Alltag zählt vor allem die Wahl des Standard-Öls:

  • Rapsöl ist der Allrounder: wenig gesättigte Fettsäuren, etwas Omega-3, raffiniert gut zum Braten und Backen.[16]
  • Olivenöl ist überwiegend einfach ungesättigt und passt gut in die kalte Küche und zum sanften Anbraten.[16]
  • Lein-, Walnuss- und Hanföl liefern viel Alpha-Linolensäure, gehören aber ausschließlich in die kalte Küche.
  • Sonnenblumenöl ist nicht „schädlich", aber die reguläre Variante oxidiert beim Erhitzen schneller als Olivenöl und liefert kein Omega-3.[16] Fürs Braten sind Olivenöl, raffiniertes Rapsöl oder High-Oleic-Sonnenblumenöl die stabilere Wahl.
💡 Tipp

Der einfachste Hebel: das Öl, das bei dir standardmäßig in die Pfanne kommt, auf raffiniertes Rapsöl umstellen und Lein- oder Walnussöl fürs Salatdressing dazunehmen. Das bringt für Fettqualität und Omega-3-Zufuhr mehr als jede Rechnung mit Prozentverhältnissen.

9. Wann sich die Messung lohnt

Für die meisten gesunden Menschen mit regelmäßigem Fischkonsum ist der Omega-3-Index kein Pflichtwert. Interessanter wird er, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

  • Du isst selten oder nie Fisch und willst wissen, ob du in den ungünstigen Bereich rutschst
  • Du ernährst dich vegan oder vegetarisch und bist unsicher, ob deine EPA- und DHA-Versorgung reicht
  • Du nimmst bereits ein Omega-3-Präparat und willst prüfen, ob deine Dosierung ausreicht
  • Du hast ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko und möchtest deine Versorgung als einen Baustein von mehreren im Blick behalten

Beim Hausarzt gehört der Wert nicht zum Standard, du musst gezielt danach fragen und ihn meist als individuelle Gesundheitsleistung selbst zahlen. Wenn du misst, dann sinnvollerweise einmal zur Standortbestimmung und, falls du etwas änderst, ein zweites Mal nach etwa drei bis vier Monaten zur Kontrolle.[2]

Wie du generell mit Laborwerten umgehst, die dein Hausarzt nicht automatisch bestimmt, habe ich am Beispiel der Schilddrüse im Guide Schilddrüsenwerte verstehen beschrieben. Auch beim Thema Vitamin-D-Mangel erkennen gilt derselbe Grundsatz: erst messen, dann gezielt dosieren, statt ins Blaue zu schätzen.

Fazit: So gehst du deinen Omega-3-Status an

Schritt 1: Schätze deinen Fischkonsum ehrlich ein

Ein- bis zweimal pro Woche fetter Seefisch: Deine Versorgung ist wahrscheinlich in Ordnung. Kaum oder nie Fisch: Ein niedriger Omega-3-Index ist gut möglich.

Schritt 2: Miss, wenn du es genau wissen willst

Der Omega-3-Index zeigt deine Langzeitversorgung mit EPA und DHA zuverlässiger als jede Schätzung. Als Selbstzahlerleistung kostet er meist zwischen 30 und 60 Euro.

Schritt 3: Ändere zuerst die Ernährung

Bei einem niedrigen Wert ist regelmäßig fetter Fisch der eine Weg. Der andere ist ein Präparat mit EPA und DHA, sinnvoll vor allem, wenn du wenig Fisch isst, dich pflanzlich ernährst oder die Schadstofffrage umgehen willst, dann am besten ein Algenöl. Nebenbei lohnt sich der Umstieg auf raffiniertes Rapsöl als Standard-Öl in der Küche (siehe Abschnitt 8).

💡 Tipp

Der Omega-3-Index beantwortet die Frage „Bin ich gut versorgt?". Um deine Zufuhr über Ernährung oder Präparat gezielt einzustellen, ist er ein sehr nützlicher Wert. Bei konkreten Beschwerden ersetzt er kein ärztliches Gespräch.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich den Omega-3-Index messen lassen?

Über spezialisierte Labore, meist per Bluttest beim Arzt oder über einen Trockenbluttest zum Einschicken. Beim Hausarzt gehört der Wert nicht zur Standarduntersuchung, du musst gezielt danach fragen, in der Regel als Selbstzahlerleistung.

Was kostet die Bestimmung des Omega-3-Index?

Je nach Anbieter und Methode meist im Bereich von etwa 30 bis 60 Euro. Als individuelle Gesundheitsleistung zahlst du das selbst, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten normalerweise nicht.

Reicht es, einfach Leinöl oder Walnüsse zu essen?

Für die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA ja, aber die wandelt dein Körper nur zu einem kleinen Teil in die langkettigen Formen EPA und DHA um.[6] Für einen hohen Omega-3-Index sind fetter Seefisch oder ein Algenöl mit direktem EPA- und DHA-Gehalt deutlich wirksamer.

Ist Sonnenblumenöl entzündungsfördernd?

Nach der aktuellen Studienlage nicht. Kontrollierte Studien mit gesunden Menschen zeigen keinen Anstieg der Entzündungswerte, und ein höherer Linolsäurespiegel im Blut ist eher mit einem niedrigeren Herz-Kreislauf-Risiko verbunden.[14][15] Trotzdem ist reguläres Sonnenblumenöl nicht die beste Wahl für die Pfanne. Es oxidiert beim Erhitzen schneller als Olivenöl und liefert kein Omega-3. Zum Braten eignen sich Olivenöl, raffiniertes Rapsöl oder eine High-Oleic-Sonnenblumenvariante besser.

Sollte mein Omega-3-Präparat mehr EPA oder mehr DHA enthalten?

Für die normale Versorgung ist das zweitrangig, wichtig ist vor allem, dass beide enthalten sind. DHA hebt den Omega-3-Index etwas zuverlässiger.[10] Grob wird DHA eher Gehirn und Augen zugeordnet, EPA eher Stimmung und Entzündungsregulation. Ein ausgewogenes oder DHA-betontes Produkt ist damit eine gute Wahl, Algenöl ist ohnehin DHA-dominant. Hochdosierte reine EPA-Präparate sind ein Fall für die ärztliche Begleitung.

Wie lange dauert es, bis sich der Omega-3-Index verbessert?

Weil der Wert die Einlagerung in die roten Blutkörperchen über Wochen abbildet, dauert eine deutliche Veränderung etwa drei bis vier Monate konsequenter Zufuhr.[2] Eine Kontrollmessung ist deshalb frühestens nach rund drei Monaten sinnvoll.

Ist ein hoher Omega-3-Index automatisch gesund?

Ein Wert im Zielbereich gilt als günstig, aber der Index ist ein Marker, kein Garant. Sehr hohe Werte über dem Zielbereich bringen keinen zusätzlichen Nutzen und können die Blutungsneigung erhöhen.[2] Mehr ist hier nicht besser.

Brauche ich Omega-3-Kapseln, wenn ich regelmäßig Fisch esse?

Wer ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch isst, deckt die allgemeine Empfehlung für EPA und DHA meist ab.[7] Eine zusätzliche Einnahme ist dann in der Regel nicht nötig. Anders sieht es aus, wenn du gar keinen Fisch isst.

Du möchtest deine Nährstoffversorgung im Alltag wirklich verstehen?

Ein einzelner Blutwert ist immer nur ein Ausschnitt. In der Online-Ernährungsberatung schauen wir uns deinen gesamten Ernährungsalltag an, von den Fettquellen bis zu den Werten, die du ärztlich kontrollieren lassen solltest, und machen daraus konkrete, alltagstaugliche Schritte.

Jetzt kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren
Quellen (16)
  1. Harris, von Schacky (2004): „The Omega-3 Index: a new risk factor for death from coronary heart disease?" (Preventive Medicine)
  2. Omegametrix GmbH: Wissensdatenbank und FAQ zum HS-Omega-3 Index (Messung in der Erythrozytenmembran, Zielbereich 8 bis 11 %)
  3. Thiemo Osterhaus: „Der Blutwerte-Code", riva Verlag, ISBN 9783745321524, Abschnitt Fettstoffwechsel
  4. LADR Laborärzteverbund: Omega-3-Index
  5. von Schacky (2007): „Cardiovascular risk and the omega-3 index" (Journal of Cardiovascular Medicine)
  6. UGB-Gesundheitsberatung: „Omega-3-Fettsäuren ins Essen" (Umwandlungsrate ALA zu EPA/DHA, Omega-6/Omega-3-Verhältnis und Verschiebung zur absoluten Zufuhr, Studienlage zu Kapseln)
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Fisch jede Woche"
  8. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Fischverzehr in Schwangerschaft und Stillzeit: Einige Fischarten weisen hohe Methylquecksilbergehalte auf" (Raubfische mit hohem Quecksilbergehalt, fetter Seefisch wie Lachs kaum belastet)
  9. Medizin Transparent (Cochrane Österreich): „Dioxin: Gift im Lachs" (Zuchtlachs im Schnitt höher mit Dioxin/PCB belastet als Wildlachs, meist unter, teils über den Grenzwerten, Nutzen-Risiko-Abwägung)
  10. Allaire et al. (2017): „Supplementation with high-dose docosahexaenoic acid increases the Omega-3 Index more than high-dose eicosapentaenoic acid“ (Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids), randomisierte Crossover-Studie mit 154 Erwachsenen, je 2,7 g EPA oder DHA über 10 Wochen
  11. Springer Medizin: „EMA: Omega-3-Präparate in der Sekundärprävention nach Herzinfarkt unwirksam" (Dezember 2018, Einordnung REDUCE-IT und hochdosiertes EPA)
  12. BfArM: Rote-Hand-Brief zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln (16.11.2023, EMA/PRAC-Bewertung, mehr als 80.000 Patienten): dosisabhängig erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder Risikofaktoren, am höchsten bei 4 g pro Tag
  13. Rett, Whelan (2011): „Increasing dietary linoleic acid does not increase tissue arachidonic acid content in adults consuming Western-type diets: a systematic review" (Nutrition & Metabolism)
  14. Johnson, Fritsche (2012): „Effect of dietary linoleic acid on markers of inflammation in healthy persons: a systematic review of randomized controlled trials" (Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics)
  15. Marklund et al. (2019): „Biomarkers of Dietary Omega-6 Fatty Acids and Incident Cardiovascular Disease and Mortality" (Circulation), gepoolte Analyse von 30 Kohortenstudien
  16. Verbraucherzentrale: „Speiseöle: welche eignen sich für was?" (raffinierte Öle über 200 Grad erhitzbar, je mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren desto weniger hitzestabil, Sonnenblumenöl nur als High-Oleic-Bratöl für heiße Speisen)
Teilen: WhatsApp X LinkedIn Pinterest
Lukas Vogel Fitness-Enthusiast & Blogger

Lukas Vogel ist der Gründer von Fit mit Lukas und begeisterter Kraftsportler. Als Personal Trainer und Ernährungsberater mit vielen Jahren Praxiserfahrung bringt er das nötige Fachwissen mit, um dich wirkungsvoll zu begleiten.

Sein Ansatz: individuell, alltagstauglich und nachhaltig, statt starrer Diätpläne. Kein Bullshit, keine leeren Versprechen.

Mehr über mich